Aus dem Institut

des Max-Planck-Instituts für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie

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Franz Raffelsperger, Karte der Gefürsteten Grafschaft Tyrol mit Vorarlberg. 
Erster Typometrischer Atlas, 3. Aufl . Wien 1843; Universitäts- und Landesbibliothek Tirol

Der neue Band unserer Policey-Reihe erschließt anhand bislang unbeachteter Akten der Obersten Justizstelle die Strafjustiz im habsburgischen Vormärz. Im Mittelpunkt stehen Kriminalität und Devianz in Tirol und Vorarlberg sowie die Vorurteile Wiener Räte gegenüber der Bevölkerung des „italienischen Theils von Tyrol". Der Band verbindet rechtshistorische mit kriminalitäts- und diskursanalytischen Ansätzen und öffnet damit ein Fenster in den Alltag des frühen 19. Jahrhunderts. mehr

Mockup der Publikation

Jan Schröders Recht als Wissenschaft gilt seit seinem Erscheinen als Referenzwerk der juristischen Methodengeschichte. Ein neuer Kommentarband, herausgegeben von Marietta Auer, Stefan Vogenauer, sowie Ralf Seinecke nimmt nun die zentralen Thesen dieses Klassikers kritisch in den Blick: Welche Epochengrenzen setzt er, welche Narrative werden gewählt und welche Alternativen werden ausblendet? mehr

Ernst Heymann, Altersporträt

In Bd. 351 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte zeichnet Reinhard Zimmermann ein anschauliches Porträt von Leben, Werk und Wirken Ernst Heymanns (1870–1946): vom preußisch geprägten Germanisten und Rechtshistoriker, der 1914 als Nachfolger Heinrich Brunners den repräsentativsten Lehrstuhl für Rechtsgeschichte germanistischer Prägung an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität übernahm, bis zum Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht, das er – als Nachfolger des von den Nationalsozialisten zur Aufgabe gezwungenen Ernst Rabel – von 1937 bis zu seinem Tod 1946 leitete. mehr

Cover

Google, Amazon, Microsoft: drei Konzerne, die heute mehr Infrastruktur kontrollieren als die meisten Staaten regulieren können. Anselm Küsters nennt das Verhaltensmacht – und hat in seinem neuen Buch Small is beautiful 2.0 ein Gegenprogramm entwickelt: Open Source, dezentrale Plattformen, eine Wettbewerbstheorie, die Demokratie als Schutzgut ernst nimmt. Die zentrale Frage seines Buchs: Kann Europa einen dritten Weg gehen – jenseits amerikanischer Skalierungslogik und chinesischer Staatskontrolle? Ein Gespräch darüber, warum E.F. Schumacher aktueller ist als je zuvor. mehr

Ausschnitt aus der Unterschriftenzeile eines toledanisch-kastilischen Testaments (1129)

In Bd. 350 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte untersucht Tim Knoche den Rechtsbegriff albacea des spanischen Código Civil als Ergebnis einer mehrstufigen Rechtsrezeption: vom islamischen waṣī über die mozarabische und kastilische Urkundenpraxis Toledos bis zur binnenkastilischen Verbreitung, exemplarisch belegt für das spätmittelalterliche Sevilla. mehr

Hände halten ein altes Fotoalbum mit schwarz-weißen Familienfotos.

Deutschland hält sich für familienpolitisch modern. Doch spätestens beim Erben endet diese Modernität, schreibt unsere Direktorin Marietta Auer in der aktuellen Rechtskolumne des Merkur: Das deutsche Erbrecht wirft uns unnachgiebig in die bürgerliche Welt der 1950er Jahre zurück. Ihre Analyse legt offen, wie sehr das geltende Recht und die Rechtsprechung an veralteten Idealen hängen: Die Familie als Kollektiv. Besonders scharf kritisiert Auer die steuerliche Behandlung von Erben außerhalb der Kernfamilie. mehr

Wordcloud

Bd. 332 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte widmet sich der Ausdifferenzierung der deutschen Rechtswissenschaft um 1900. Im Fokus stehen die Entstehung neuer Teildisziplinen, der Wandel des Selbstverständnisses etablierter Fächer sowie grundlegende Debatten in Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und Rechtssoziologie, die den Weg zu einer pluralen Rechtswissenschaft prägten. mehr

Spezial-Karte der Samoa-Inseln mit Plänen der Häfen von Apia und Saluafata. Public Domain

Deutschlands koloniale Vergangenheit steht wieder im Mittelpunkt öffentlicher Debatten. Band 27 der Global Perspectives on Legal History leistet dazu einen Beitrag, indem es untersucht, wie während der deutschen Herrschaft in Samoa (1900–1914) Familienrecht als Mittel der Kolonialverwaltung eingesetzt wurde. Anhand der Aspekte Ehe, Scheidung, Staatsangehörigkeit, Abstammung und Unterhalt zeigt Julia Hütten, wie Regeln über den höchstpersönlichen Lebensbereich zu Instrumenten kolonialer Herrschaft wurden und zugleich Vorstellungen von „Deutschtum“ spiegelten.  mehr

Gruppenbild

This year's Max Planck-ASLH Dissertation Prize for European Legal History in Global Perspective recognizes two remarkable works. Vladislav Lilić and Daniel R. Quiroga Villamarín offer research that enriches the study of state formation, international order, and the built environments that shaped global governance. mehr

Die chinesische Mauer

At our Institute, we explore law, its history and theory from a global perspective and work to deepen understanding of its role in society. Our work on China, a country frequently seen through the narrow lens of geopolitics, shows how meaningful understanding emerges from dialogue, careful study and exchange. This commitment was reinforced in October, when our director Professor Thomas Duve and Professor Xie Zengyi of the Chinese Academy of Social Sciences signed a Memorandum of Understanding.  mehr

Ein geometrisch-abstraktes Gemälde auf schwarzem Hintergrund. Mehrere farbige Rechtecke und Linien überlagern sich in Gelb, Grün, Grau und Weiß. Die Formen sind klar abgegrenzt, teils transparent, wodurch neue Farbtöne an den Schnittpunkten entstehen. Eine diagonale weiße Linie verleiht der Komposition Dynamik.

Die Sprache der Verfassung bildete sich aus dem Zusammenspiel von Rechtstheorie, politischer Philosophie und historischen Narrativen heraus. Band 26 der Global Perspectives on Legal History analysiert die Gegenbegriffe von Verfassung und Willkür und beleuchtet die Logik hinter diesem Diskurs im Argentinien des 19. Jahrhunderts. Er untersucht die Zäsur zwischen dem traditionellen Wissen des ius commune und dem modernen Recht anhand des Übergangs vom arbitrium iuris zur Vorrangstellung staatlichen positiven Rechts.  mehr

Thomas Duve und XIE Zengyi an einem Tisch sitzend bei der Unterzeichnung des Memorandums.

Eine sechsköpfige Delegation des Institute of Law an der Chinese Academy of Social Sciences (CASS) unter Leitung des Vizedirektors Professor XIE Zengyi (谢增毅) besuchte Mitte Oktober unser Institut zum Start einer Kooperation für den nachhaltigen Austausch in Rechtsgeschichte und Rechtstheorie. Höhepunkt des Besuchs war die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding durch Professor Thomas Duve und Professor XIE – ein wichtiger Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen nachhaltig zu stärken. mehr

Stefan Vogenauer

Vor zehn Jahren, am 1. Oktober 2015, hat Stefan Vogenauer seine Tätigkeit als Direktor am Institut aufgenommen und die Abteilung für europäische und vergleichende Rechtsgeschichte aufgebaut. Die Projekte zur Rechtsgeschichte der europäischen Integration knüpfen auf innovative Weise an die Forschungstradition des Instituts an. Die Geschichte des Rechtstransfers in der Welt des Common Law, ein zweiter Schwerpunkt der Abteilung, hat dem Institut Fenster in eine andere Welt eröffnet. Als Sprecher des Netzwerks Max Planck Law hat er das Netzwerk der juristischen Institute in der Max Planck Gesellschaft maßgeblich aufgebaut, als Sektionsvorsitzender seit einigen Monaten zusätzliche Verantwortung übernommen. Wir danken für seinen großen Einsatz und freuen uns auf die nächste Dekade. mehr

Mehrere Hände halten blaue Ausgaben der Zeitschrift „Rechtsgeschichte Legal History“.

Jede Rechtsgeschichte beginnt mit einer Quelle, und jede Quelle hat ihre eigene Sprache. Ob ein römischer Text in koptischer Sprache, ein betriebliches Hausrecht oder ein digitaler Korpus von Kriminalfällen – all das eröffnet unterschiedliche Blicke auf die Vergangenheit des Rechts. Die Beiträge in der aktuellen Ausgabe unserer Institutszeitschrift Rechtsgeschichte – Legal History machen deutlich, dass Quellen niemals neutral sind. Sie prägen, was wir als Recht verstehen, und ihre Bedeutung entsteht im Prozess von Übersetzung, Praxis und Interpretation. mehr

Gemälde einer mittelalterlichen Gerichtsverhandlung, bekannt als das „Leichensynode“ (Synodus Horrenda). Im Zentrum sitzt die mumifizierte Leiche eines Papstes, in päpstlicher Kleidung und Krone, auf einem Thron. Links steht ein wütender Kirchenmann, der mit erhobenem Arm anklagend auf die Leiche zeigt. Hinter ihm sitzen weitere Geistliche in weißen Mitren. Ein dunkler Richterpult trennt die Szenen. Der Hintergrund zeigt Steinmauern mit roten Kreuzen.

Band 334 der Studien zur europäischen Rechtsgeschichte vereinigt die Ergebnisse dreier trilateraler Forschungskonferenzen, die 2018–2020 in der Villa Vigoni stattfanden. Er geht der Frage nach, wie die Kirche zwischen 500 und ca. 1500 n.Chr. mit den Mitteln des Rechts auf krisenbedingte Konflikte reagierte. Untersucht werden kircheninterne Differenzen, Streitfragen, Streitfälle und ambivalente Konflikte an der Schnittstelle zwischen innerer und äußerer Ordnung sowie externe Auseinandersetzungen. mehr

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